Jerusalem – Zentrum der Weltreligionen

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In Jerusalem treffen sprichwörtlich Welten aufeinander. Politik, Religion, Moderne. Einerseits sind die Spannungen zwar sichtbar, andererseits gibt es hier auch das Mit- bzw. Nebeneinander. Im Vergleich zu dem sehr jungen und offenen Tel-Aviv spürt man in Jerusalem, welche Bedeutung und Geschichte auf diesem Ort liegt. In der Altstadt sind die drei großen Weltreligionen, Christentum, Judentum und Islam vertreten und jede hat ihren eigenen Anspruch auf die historisch bedeutsame Stadt. Hier mischt sich viel historische Bedeutung, Politik, Religion mit einem starken Tourismus. Eine einzigartige Stimmung und Atmosphäre die für uns oft eindrücklicher war als die angepriesenen Sehenswürdigkeiten.

Für nicht-gläubige und säkular geprägte Menschen wie uns wirkt das alles etwas überwältigend. Ganze Kolonnen an Reisebussen bringen die Pilger:innen aus aller Welt in die Stadt und auf kurzem Weg zu den jeweils spirituell bedeutsamen Orten. Dazwischen tummeln sich Händler, die die notwendigen religiösen Symbole anbieten und so werden Kreuze und Dornenkronen neben Chanukkia und Kippas angeboten. Wir finden einen guten Zeitpunkt und besichtigen flüchtig den Tempelberg in den vergleichsweise ruhigen Morgenstunden.

Das sogenannte Jerusalem-Syndrom, bei der sich jährlich etwa 100 Besucher:innen als biblische Figur identifizieren und für diese ausgeben (nicht anerkannte Diagnose), hat uns zum Glück verschont. Wir bleiben, zumindest vorerst, auf dem Boden der Tatsachen.

Mehr begeistern kann uns in Jerusalem jedoch der riesige Markt. In feinster Ordnung stapeln sich hier Nüsse, Gewürze, Obst und Gemüse, Tee, Süßigkeiten und vieles mehr. Gleich zweimal besuchen wir den Markt um zu schlendern, die ein oder andere Köstlichkeit zu probieren und vor allem um zu beobachten.

Das beste Erlebnis in Jerusalem beginnt für uns ebenfalls auf dem Markt. Nach über zwei Jahren Pause versuchen wir die Couchsurfing Community wieder zu aktivieren und laden spontan zu einem Treffen ein. Es dauert nicht lange bis sich in der gewählten Craft Beer Bar eine Reisende aus Hamburg sowie drei Israeli bzw. israelische Palästinenser zu uns gesellen. Der Abend verstreicht schnell, in drei verschiedenen Bars, mit einigen Gläsern Arak (lokal bevorzuge Spirituose) und zahlreichen flüchtigen und tiefergehenden Gesprächen. Wir lernen so einiges über den komplizierten Konflikt und bekommen dabei sowohl die jüdisch-israelische als auch die islamisch-palestinänsische Seite zu hören. Zweifellos ein Erkenntnisgewinn aus erster Hand.

Mit noch etwas Rest-Arak im Kopf geht es am nächsten Tag mit dem öffentlichen Bus weiter in Richtung Südwest zum geografischem Tiefpunkt der Reise.


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