Innsbruck Alpine Trailrunning Festival K42

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Mein Atem geht schnell und flach. Mühsam steige ich die Nordkette, etwa 500 Meter über Innsbruck hinauf.
Auch wenn ich nur zügig gehe, schlägt mein Puls im oberen Bereich. Über 170 sagt die Uhr. In den letzten vier Stunden habe ich viel Kraft und Energie auf der Strecke gelassen.
Doch endlich zeigt die Wegmarkierung in einer 90° Kurve Richtung Innsbruck. Ich weiß, das waren die letzten Höhenmeter im Anstieg. Von hier sind es gerade einmal 4 Kilometer bergab ins Ziel…

Für den Marathon beim Innsbruck Alpine Trailrunning Festival habe ich mich im Herbst angemeldet. Nach Leipzig und Washington DC schienen mir die über 1.300 Höhenmeter im Aufstieg die perfekte Herausforderung fürs neue Basislager.

Da der Lauf schonim Mai stattfindet, kommt man nicht drum herum, bereits im eher lauffaulen Winter mit dem Training anzufangen.

Im Februar habe ich damit begonnen, vor allen an den Wochenenden wieder längere Läufe zu machen. Auch habe ich zahlreiche Bergläufe absolviert. Insgesamt sind so für 2019 bis zum Rennen ca. 330 Trainingskilometer mit sieben Halbmarathons zusammen gekommen.

Scheinbar war das noch nicht genug…

Beim Trailrunning Event in Innsbruck werden 15, 25, 42, 65 und 85 Kilometer gelaufen. Für uns 42K Aspiranten geht es Mittags am Natterer See los. Nach der kurzen Startzeremonie und ein paar lockeren Wortwechsel mit den wirklich schnellen Läufern fällt auch schon der Startschuss.
Kurz darauf rollen die Beine über den Trail. Darauf habe ich mich die letzten Wochen vorbereitet.

Die ersten 10k vergehen wunderbar zügig. Die Strecke durch die Sillschlucht ist zwar technisch nicht ganz einfach, aber die Landschaft ist fantastisch. Auch bei den Läufern herrscht durchweg eine gute Stimmung. Nach der ersten Stunde laufen wir das erste Mal in Innsbruck ein. An der Verpflegungsstation vorbei geht es die nächsten paar hundert Höhenmeter rauf Richtung Aldrans. Noch vor Hall überschreite ich die 20 Kilometermarke nach knapp zwei Stunden.

Nachdem ich das Tal wieder in Richtung Nordkette verlasse, wird es hart. Die Kilometer um die 30er Marke sind erfahrungsgemäß sowieso schon nicht gerade die einfachsten. Dazu kommt ein kontinuierlicher Anstieg der einfach nicht enden will. Laut Pulsuhr bin ich viel zu stark angestrengt. Ich gehe ein paar Meter, um den Puls wieder in den Griff zu bekommen.

Glücklicherweise treffe ich an der nächsten Kreuzung schon zum vierten Mal auf Basti, der mit dem Rad fleißig auf der Strecke unterwegs ist und es sich nicht nehmen lässt, mich ordentlich anzufeuern. Danke für den wertvollen Support!
Basti und eine Hand voll Traubenzucker bringen mich einigermaßen über die nächsten paar Kilometer.

Doch ganz so schnell ist der Spaß noch nicht vorbei. Die heftigsten Anstiege kommen etwa fünf Kilometer vor dem Ziel. Den Berg rennt hier niemand mehr nach oben. Wie die anderen versuche ich die letzten Meter zu überwinden, ohne zu viel Zeit zu verlieren.
Irgendwie schaffe ich es aber doch noch auf den höchsten Punkt, und kann den Abstieg sogar noch etwas genießen.

Spätestens beim Zieleinlauf nach 4:41h sind die Strapazen jedoch schon fast wieder vergessen. Dieser Moment ist einfach einzigartig und lässt sich kaum beschreiben. Alleine dafür lohnt sich der weite Weg!

Ich setze mich jetzt jedoch erstmal aufs Rad… Bis zum nächsten Mal!


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