Ausfahrt nach Bozen

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Bereits zwei Jahre ist die Alpenüberquerung per Velo von Fritjof und mir bereits her. Damals sind wir in vier Etappen von Garmisch zum Gardasee gefahren. Etwa 400 Kilometer haben wir damals überwunden.

Höchste Zeit für eine Neuauflage. Da wir beide keine ganze Woche Urlaub nehmen können, muss ein verlängertes Wochenende herhalten. Wir entscheiden uns aus logistischen Gründen, diesmal direkt in Innsbruck zu starten (von der Haustüre weg). Den wagemutigen Fernpass brauchen wir mit dem Rennrad sowieso nicht noch einmal zu fahren.

Trotzdem erwarten uns zwei ordentliche Pässe. Wegen der Schneelage in Tirol sind auch Ende Mai noch die meisten Pässe über den Alpenhauptkamm geschlossen. Es bleiben uns der Brenner für die Einreise nach Italien und der Reschenpass für den Rückweg. Immerhin 3700 Höhenmeter. Taugt doch für ein Wochenende.

Nach einer kleinen Carbloading Session am Donnerstagabend rollen wir am Freitag um Punkt 8:30 Uhr aus Innsbruck heraus. Das Gepäck ist dieses Mal deutlich minimalistischer. Eine Satteltasche pro Person, gefüllt mit Wechselklamotten, Ersatzschlauch & Werkzeug, Regenjacke und jeweils zwei Hände voll Energieriegeln müssen ausreichen.

Viel Zeit zum akklimatisieren bleibt nicht, der Anstieg zum Bergisel startet bereits nach 500 Metern. Auch danach geht es für die ersten 35 Kilometer erstmal nur in eine Richtung: nach oben auf den Brenner.

Doch mit frischen Beinen ist der Pass nach exakt zwei Stunden überwunden und zur Belohnung gibts die erste Pizza hinter der Grenze. Dazu noch eine Speckknödelsuppe, das ist Völkerverständigung.

Über die ganze Tour verteilt werden wir vor allem eines: viel Essen. So ein gigantischer Kalorienverbrauch will natürlich ausgeglichen werden. Alleine am ersten Tag verputzen wir vier Pizzen.

Zwischendurch gibt es immer mal wieder eine Cola, Apfelstrudel, ein Eis oder einfach nur den trockenen Energieriegel aus der Trikottasche.

Im Gegensatz zur Tiroler Seite, auf der wir mit den Autos um den Platz auf der Straße konkurrieren, ist der Radweg, der am Brenner beginnt, fantastisch. Fast die gesamten 200 Kilometer auf italienischer Seite bleiben wir auf dem extrem gut geführtem Fahrrad-Highway.

Am Freitag bleibt Abends die Uhr bei 150 Kilometern stehen. Tagesziel erreicht. Ohne Schuhe und noch mit Radhose schleichen wir uns noch in die Bar neben unserer Unterkunft, um noch zwei kühle Biere abzugreifen.

Als wir am Samstag in den Sattel steigen, zwickt es zugegeben schon an der ein oder anderen Stelle. Doch nach der ersten Stunde warmfahren geht es wieder besser. Dank des besagten Radweges schaffen wir bis Meran sogar einen Schnitt von über 25 km/h.

Doch in Meran ist damit Schluss. Nicht nur, das wir uns durch den Stadtverkehr kämpfen müssen, auch geht es von jetzt an kontinuierlich Richtung Reschenpass hinauf. Die nächsten Stunden werden uns nicht geschenkt… Ein bisschen Leiden muss sein.
Um 15 Uhr schnappen wir uns noch eine letzte italienische Pizza, dann rollen wir endlich über die Grenze. Die 3000 Höhenmeter haben wir schon fast in der Tasche. Jetzt sind es noch etwas über 100 Kilometer bis Innsbruck. Das Tagesziel rückt näher.

Bevor wir uns endgültig in Tirol niederlassen, gibt es wieder den bekannten Umweg über die Schweiz. Ab Landeck, mit 170 Kilometern auf dem Tacho ist dann die Motivation schon etwas in die Ferne gerückt. Der Inntalradweg mit seinen Schotterpassagen ist nicht gerade das, was wir uns jetzt am meisten wünschen.

Doch irgendwie geht es ja immer. Nach neun Stunden im Sattel überschreiten wir die 200 Kilometermarke und haben unser Ziel erreicht. Dank des Taxidienstes von Basti können wir uns den letzten Anstieg vor Innsbruck sparen und direkt auf die Couch fallen.

Nice ride!


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