Eisfälle in Krokan, erste Nordlichter, Trailrunning

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Am vierten Tag in Norwegen geht es nochmal einfach nur Klettern. Über Nacht hatte es in Rjukan -20 Grad, es ist also einiges an neuem Eis dazu gekommen. Nach einem ausführlichen Frühstück werden wir auch schnell fündig.

Krokan

 

Um nicht allzu lange bei -17 Grad nur herum zu stehen, machen wir uns schnell an den ersten Aufstieg.

Es vergeht ein klassischer Klettertag mit einigen wortwörtlich coolen Routen, unter anderem an einem freistehenden Eiszapfen, den es galt nicht einzureißen.

 

 

Nordlichter

Am Abend schellt mein Handy. Die Polarlicht Vorhersage App meldet sich mit relativ guten Chancen heute Nacht. Wir beschließen also gegen Mitternacht noch einmal los zu ziehen, machen uns allerdings aufgrund der ziemlich südlichen Lage von Rjukan keine großen Hoffnungen.

Der Parkplatz der Gaustatoppen Tour ist in 15 Minuten mit dem Auto zu erreichen und dient uns als Ausgangsbasis. Um die störenden Lichter der Autos hinter uns zu lassen gehen wir noch ein paar Meter weiter.

Auf den ersten Testbildern sind die Nordlichter bereits auf der Kamera zu erkennen, mit dem Auge erkennen wir jedoch nur ein schwaches Leuchten am Horizont.

Doch nur eine Viertelstunde später haben wir richtig Glück. Für nur wenige Minuten erhellt das Polarlicht den gesamten Himmel und tanzt richtig über dem Horizont. Wahnsinn.

 

 

Kurz darauf ist wieder nur das schwache Leuchten zu erkennen. Begeistert machen wir uns nach einer dreiviertel Stunde Staunen auf den Rückweg.

Eisvorstieg

Am nächsten Tag geht es nochmal nach Krokan. Hier haben wir noch einige Fälle offen, die wir heute bezwingen möchten.

 

 

Die Temperaturen sind heute nicht mehr ganz so frostig. Dafür ist es bewölkt und schneit leicht. Der Zustieg ist dieses Mal etwas komplizierter, da wir dem zugefroren Fluss noch nicht gänzlich trauen. Doch mit 20m Abseilen kommen wir letztendlich an die Eisfälle unserer Wahl.

Nachdem wir uns mit einigen WI4 Fällen warm gemacht haben, gehe ich heute an meinen ersten Vorstieg im Eis.

30m schlängelt sich die Route nach oben und ich verteile großzügig einige Eisschrauben auf dem Weg. Im oberen Teil kommen noch einmal ein paar senkrechte  Stellen auf mich zu, aber nach einigen letzten kräftigen Zügen schiebe ich auch schon beide Eisen über die Kante. Schlinge an den Standplatz, Karabiner zu, geschafft.

In kurzer Zeit steigt Felix mit Leichtigkeit hinterher.

 

Trailrunning

Unseren letzten Tag in Rjukan lassen wir ruhig angehen.

Zumindest gönne ich mir ein ausführliches und spätes Frühstück, bevor ich mich zu einer ausgedehnten Laufrunde aufmache. Als ich nach fünf Kilometern bei der Talstation der Krossobanen ankomme, erfahre ich das sich von hier neben der Bahn auch ein Weg bis zum Gipfel schlengelt.

Die Seilbahn war eine der ersten ihrer Art in Nordeuropa und dient dazu, den Einwohnern von Rjukan wenigstens ein paar Sonnenstrahlen zu ermöglichen. Die Stadt selbst liegt nämlich fast das ganze Jahr im Schatten.

Nach 400 Höhenmetern beginnt der Solstien, der Sonnenpfad. Die letzten Meter zum Gipfel sind anstrengend, doch der Weg ist dafür wunderbar und liegt dazu in der Sonne.

 

 

Am Gipfel zeigt sich ein weiter Blick auf die umliegenden Berge. Da ich nur dünn angezogen bin und ein kalter Wind geht, steige ich nach dem obligatorischen Gipfelselfie sofort wieder ab.

 

 

Im Tal treffe ich mich nach insgesamt 19 Kilometern am Rjukanbadet mit Felix. Am Nachmittag ist Sauna angesagt.

Das Kontrastprogramm tut gut und im Nu endet unser letzter Tag in Norwegen.

Land und Leute haben einen sehr positiven Eindruck bei uns hinterlassen. Auch das Eisklettern macht sehr viel Spaß und ich werde die neuen Kenntnisse auch in den Alpen gut einsetzen können.

Norwegen wird mich sicher schon bald wieder sehen…


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