Tiefschnee Wandern & Stormheimfjellet

Veröffentlicht in: Norwegen, Trailrunning, Trekking | 0

Viel hatten wir ja ohnehin nicht geplant für unsere Woche in Norwegen. Nach der Tour durch Tromsø haben wir jetzt noch zwei letzte Tage zur Verfügung.

In diesen nutzen wir nochmal unsere Lage mitten in der Abgeschiedenheit von Nord Tromsø aus. Wandern, Polarlichter, Berge & Natur.

 

 

Ramfjordmoen forskningsstasjon

Die Forschungsstation Ramfjordmoen von der Universität Tromsø liegt genau am Einstieg unserer kurzen Wandertour, die wir uns zuvor auf einer Wanderkarte zurecht gelegt hatten. Auf unserer Karte war sie jedoch nicht eingezeichnet, weshalb wir uns zunächst etwas vorsichtig in den mit „Attention, radiation!“ ausgeschilderten Bereich begeben. Kurz vor den abgesperrten Antennen wollen wir schon umkehren, bevor wir doch noch die Abzweigung zum komplett eingeschneiten Wanderweg finden.

 

 

Leider haben wir außerhalb von Tromsø keine Möglichkeit zum Verleih von Schneeschuhen gefunden, weshalb wir uns wohl oder übel ohne durch den Tiefschnee kämpfen müssen. Der Schnee ist dafür pulvrig leicht. Bis zur Hüfte versanken wir trotzdem.

Der Weg führt uns ins unberührte Hinterland. Man könnte meinen, komplett im nirgendwo zu stehen, wenn das GPS nicht treu einen Weg anzeigen würde.

 

Am Ende des Weges erwartet uns ein toller Blick auf den neben den Bergen verlaufenden Fluss. Wir machen eine Kurze Pause mit obligatorischem Gipfelschnaps (Gibt es eine Definition wie markant ein „Gipfel“ sein muss?), bevor wir uns durch den hohen Schnee unseren Weg zurück kämpfen.

 

Trailrunning durch die norwegische Einsamkeit

Den Nachmittag nutze ich noch einmal, um ein paar Laufkilometer durch die abgeschiedene Landschaft zurück zu legen. Vom Fjord nahe unserer Unterkunft geht es zunächst nach Breivikeidet und dann in Richtung Süden nach Sjursnes.

 

Ich erreiche noch den See vor der Kleinstadt, bevor ich nach 13 Kilometern wieder mit dem Auto eingesammelt werde.

Dem Bewegungsdrang genüge getan, verbringen wir den Abend mit ausführlichen Kochen (es gibt Lachs), einigen Songs auf der Gitarre und dem ein oder anderem Glas Whisky vor dem Kamin. Man könnte sich daran gewöhnen…

 

Stormheimfjellet

Am letzten Tag entscheiden wir uns doch noch dazu, den zwischen Breivikeidet und Sjursnes gelegenen Stormheimfjellet zu versuchen. Der 1181m (oder 1222m) hohe Berg hat nicht nur einen coolen Namen, sondern erhebt sich dazu auch noch ziemlich markant aus der umliegenden Landschaft und hat einen seichten Anstieg zu bieten. Das ist nicht nur gut für unsere bereits beanspruchten Waden, sondern gibt auch Lawinensicherheit.

 

Einziger Haken: Der Berg ist bekannt als optimaler Skiberg. Wenn man denn nur ein paar Skier hätte… Trotzdem wollen wir schauen was geht und geben uns erneut mit dem Tiefschnee ab. Diesmal eben mit ein paar Höhenmetern mehr.

Wir sind nicht die einzigen, die das gute Wetter nutzen und so treffen wir auf dem Weg zahlreiche Norweger, die zwar alle recht freundlich Grüßen, sich aber doch sehr verwundert über unsere fehlenden Skier zeigen.

 

 

Nach eineinhalb Stunden und 400 Höhenmetern erreichen wir den Vorgipfel des Stormheimfjellet und nutzen die Gelegenheit für eine kurze Pause. Der eine Teil der Gruppe macht sich bereits hier auf den Rückweg, während Robin und ich noch recht motiviert weiter stapfen. Noch haben wir die Idee vom Gipfel nicht aufgegeben.

Schnell zeigt sich jedoch, wie sehr wir ohne passende Ausrüstung den Schneemassen unterlegen sind. Als noch ein kräftiger Hochnebel aufzieht und wir in ein Whiteout geraten (Himmel und Schnee sind nicht mehr voneinander zu unterscheiden) kehren wir auf 721m um. Natürlich nach einem letzten Foto.

 

Beeindruckendes Panorama…

 

Für den Abstieg benötigen wir eine weitere Stunde, bevor wir uns wieder trocken legen können. Der Stormheimfjellet ist als Skiberg oder im Sommer auf jeden Fall eine Tour wert. Im Winter baucht es schon mindestens Schneeschuhe.

 

Nach diesen letzten aktiven Touren endet eine Woche im Winter von Tromsø. Norwegen mit seiner Landschaft fasziniert uns nun noch ein Stück mehr. Man sollte für die ein oder andere Klettertour auf jeden Fall zurück kommen…

 


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