Panorama-Klettern über die Kampenwand

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Die Kampenwand ist ein 1669 m hoher Berggipfel in den Chiemgauer Alpen. Sein Gipfelkreuz ist das größte in den Bayerischen Alpen und weithin sichtbar.“ So schreibt die deutschsprachige Wikipedia. Auch wenn wir einen ganzen Tag am Berg verbracht haben war das markante Gipfelkreuz nicht unser Ziel. Doch von Anfang an…

Es dämmert bereits, als wir uns am Freitagabend mit Stirnlampen und der kompletten Kletterausrüstung auf dem Rücken auf den Weg zur Kampenwandhütte aufmachen. 900 Höhenmeter sind heute noch zu überwinden. Der Weg beginnt schneefrei. Wir steigen an mehreren Skiliften vorbei, bevor wir zwei Stunden später doch noch durch Schnee und Eis stapfend unser Ziel erreichen.

Die Hütte liegt westlich unterhalb der Kampenwand und ist damit der perfekte Ausgangpunkt für unsere Gratüberschreitung. Einziger Haken: die Hütte hat im Winter geschlossen. Ein Winterbiwak ist also angesagt.

 

 

Fürs Kochen lassen wir uns nicht viel Zeit und begeben uns schnell in den wärmenden Schlafsack. Mit einem eiskalten Bier stoßen wir noch auf Bastis Geburtstag an bevor wir uns unter dem klaren Nachthimmel zur Ruhe legen.

 

Um 6:30 Uhr werdne wir von der Sonne und einem wolkenlosem Himmel wieder geweckt. Endlich können wir in die Wand einsteigen.

 

 

Genuss Kletterei auf dem Kampenwand Grat

Wir wählen die Einstiegsvariante mit einigen zusätzlichen Klettermetern im Grad 4+. Die erste Seillänge geht noch etwas zäh von den gefrorenen Händen doch nach dem zweiten Standplatz sind wir warm geklettert und stehen wir wieder in der Sonne.

 

 

Der weitere Weg führt uns mit leichten Kletterstellen geradewegs über den Grat. Die Aussicht reicht bis weit in die Alpen hinein. Genuss pur.

 

 

Nach der siebten Seillänge erreichen wir den Teufelsturm. Von hier wird abgeseilt. 50 Meter geht es auf der Nordseite nach unten. Hier ist die Wand noch deutlich gefrorener als auf dem Grat. Für die folgende Schlüsselstelle legen wir die Steigeisen an.

 

 

Die Stelle im Grat 4+ verlangt uns im Vergleich zur restlichen Kletterei einiges ab. Durch die Steigeisen haben wir zwar einige akzeptable Tritte, die Griffe sind allerdings noch mit einer Eisglasur überzogen. Angespannt klemme ich mich in die Verschneidung und bemühe mich, nicht heraus zu kippen. Auf halber Höhe setze ich lieber noch eine Zwischensicherung. Links an Basti vorbei segelt dabei einer der Klemmkeile… so war das nicht geplant.

 

Ich klippe noch zwei Häken, bevor ich fluchend den Standplatz erreiche. Basti nimmt dafür im Nachstieg bei der Bergungsaktion noch ein paar extra Klettermeter auf sich. Zumindest hat sich nun geklärt, wer auf der Hütte die Rechnung begleichen muss…

 

Endlich können wir auf den Gipfel steigen.

 

 

Kampenwand Hauptgipfel, 1669m

Der Hauptgipfel der Kampenwand liegt auf 1669m und damit knapp fünf Meter höher als der mit dem besagten Gipfelkreuz geschmückte Ostgipfel. Wir lassen uns genug Zeit um die Aussicht bis hin zum Großglockner zu genießen.

Nach der kurzen Pause zieht es uns dann aber doch zur Steinlingalm, deren Terrasse wir schon seit geraumer Zeit beobachten. Wir seilen nochmal knapp 60m ab und können wenige Minuten später bereits auf die Tour anstoßen.

 

 

Gestärkt geht es über den Panoramaweg unterhalb der Kampenwand entlang an den Abstieg. Nach eineinhalb Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt. Die Kampenwand bietet eine echte Panorama Klettertour, die man bei den entspannten Schwierigkeitsgraden so richtig genießen kann. Wir werden sie im Sommer sicher noch einmal wiederholen.

 


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