Höhenluft auf dem Vulkan Cerro Toco 

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Nach einer kühlen Nacht trieb uns am Morgen zeitnah die bereits warme Sonne aus den Zelten.

 

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Noch fix eine Portion Porridge und etwas Tetris im Kofferraum des Jeeps, dann ging es auch schon los. Trotz der 25 Grad waren wir warm angezogen, denn heute sollte es Minusgrade geben.

 

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Mit dem Jeep über 5000m

Da wir bereits mehrere Nächte auf der Höhe von San Pedro (2500m) verbracht hatten, einige Ausflüge bis auf 4800m unternommen hatten, und zuletzt gar auf 3300m nächtigten, waren wir akklimatisiert genug, um uns an den Cerro Toco zu machen.

Der bereits erloschene Vulkan ist 5600m hoch und, abgesehen von der fortschrittlichen Höhe,  wirklich einfach zu besteigen. Ein gemächlicher Anstieg ermöglicht es auf einer Schotterpiste bis auf knapp 5100m zu fahren. Es verbleiben also nur noch 500 Höhenmeter, die auf einer Strecke von zwei Kilometern zu Fuß zurück gelegt werden.

Doch bis zum Ausgangspunkt muss man erst einmal kommen. Bei einem besonders steilen Anstieg wurde es unserem Jeep zu viel, und er verlangte erst einmal eine kleine Pause zum abkühlen. Die restliche Strecke schaffte er, auch wenn die Mitfahrer, um Gewicht zu sparen, die steilsten Stellen zu Fuß überwinden mussten.

 

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Wenig Höhenmeter, wenig Luft

Nachdem sich Aljoscha auf 5100m für einen Parkplatz entscheiden könnte, packten wir noch eine warme Jacke und ein paar Liter Wasser ein, bevor es los ging .

Der Anstieg war gemächlich, so einen Weg über Schotter und Sand hatten wir schon mehrfach überwunden. Auch wenn der Vulkan vom Weg her an das letzte Stück des Kilimandscharo erinnerte, waren Strecke und Höhenmeter vergleichsweise klein.

 

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Auch in Chile ist die Freude über den ersten Schnee groß.

 

Doch bei aller Motivation und Leichtigkeit machte sich die Höhe doch sehr sehr deutlich bemerkbar. Bereits das Laufen erforderte ruhige, regelmäßige Atemzüge und schon ein paar Schluck Wasser konnten einem außer Atem bringen. 5000 Höhenmeter, das bedeutet nur noch die Hälfte des Sauerstoffpartialdrucks wie gewohnt. Weniger Partialdruck das bedeutet, nicht der Sauerstoffanteil an sich nimmt ab, sondern die Luft wird wortwörtlich dünner und weniger Sauerstoff gelangt in die Lungen.

Trotz der Akklimatisierung, ohne die wir kaum eine Chance gehabt hätten, waren die 500 Höhenmeter eine Herausforderung.

Schleppend ging es nach oben und der weiche Boden machte den Aufstieg nicht gerade leichter. Doch mit etwas Willenskraft, langen, tiefen Atemzügen und langsamen Schritten, erreichten wir 1,5 Stunden später den Gipfel. Ein Holzstecken mit ein paar bunten Bändern markiert den höchsten Punkt des erloschenen Vulkans.

 

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Geschafft, aber glücklich auf 5600m ü.NN.
Geschafft, aber glücklich auf 5600m ü.NN.

 

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Gipfelblick ins Nirgendwo

Auch wenn der Blick vom Gipfel bis zur Grenze nach Bolivien reicht, wirkt er nicht wie ein fünftausender. Man muss aber im Hinterkopf behalten, dass die Stadt San Pedro de Atacama bereits auf 2500m liegt und das Hochplateau im Hintergrund, auf dem die Straße entlang geht, so hoch ist, wie die höchsten Alpengipfel. Gigantische Dimensionen.

Den Gipfel genossen wir nur kurz, ein kurzer Snack und ein paar Fotos mussten ausreichen, denn zu den 0 Grad Celsius kam noch ein eiskalter Wind hinzu. Es ging also zügig an den Abstieg, der auf der Schotterpiste aber nicht mehr allzu schwer fiel.

 

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Bereits nach knapp einer halben Stunde erreichten wir, überdeckt von Vulkanstaub, unseren Ausgangspunkt.

Auch die Rückfahrt ging deutlich schneller und schon bald kam die Frage nach einer Unterkunft für die Nacht auf. Es stellte sich schnell heraus, das die letzten Nächte unter freiem Himmel deutlich erholsamer waren als die im Hostel und so suchten wir uns erneut einen netten Platz außerhalb von San Pedro.

Fündig wurden wir in einer kleinen Schlucht mit fließend Wasser. Leider gab auch hier das Feuerholz nicht sehr viel her, weswegen es uns nach dem Abendessen schon bald in die Schlafsäcke verschlug. Ein langer aber erfolgreicher Tag!

 

An schönen Plätzen um zu zelten mangelt es in der Atacama Wüste nicht.
An schönen Plätzen um zu zelten mangelt es in der Atacama Wüste nicht.

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