Schafe hirten am Fuße der Zugspitze

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Mal ganz ohne Kletterausrüstung oder Gipfel im Blick geht es heute zum Seebensee am Fuße der Zugspitze. Weder haben wir heute vor diese zu erklimmen, noch geht es zum Trailrunning. Das Ziel ist aber auch nicht (nur) die Sonnenterrasse der Coburger Hütte.

Mit dem Jeep überwinden wir die ersten paar Hundert Höhenmeter: Sondergenehmigung. Am See angekommen: der suchende Blick übers Gelände. Bis ich das erste Schaf am Hang entdeckt habe, hat sich Matthias mit dem Fernglas bereits einen Überblick verschafft und weiß, an welchen Stellen die Herde heute zu finden ist.

Zu Fuß geht es offroad weiter. Richtig offroad. Ein Weg ist nicht zu erkennen. Aber warum sollten sich die trittsicheren Bergschafe auch daran halten. Die erste Gruppe finden wir nach wenigen Höhenmetern zwischen ein paar Latschenkiefern versteckt.

Sobald wir uns den Schafen nähern ruft Matthias seine Schützlinge zusammen. Das klingt dann so:

Traditioneller Tiroler Ruf, um die Schafe zusammen zu treiben

Schafe und Lämmer, die davon noch nicht überzeugt sind, werden mit etwas Korn angelockt. Und tatsächlich, obwohl ich zunächst nichts verstehe, den Schafen ist alles klar und sie kommen nach und nach näher.
Matthias klärt mich auf, dass der Ruf in ganz Tirol in etwa ähnlich klingt und die Schafe an diesen und besonders an die Tonlage gewöhnt sind. Natürlich hat jedes Tal auch hier ihren eigenen Dialekt untergebracht.

Ein prüfender Blick bescheinigt, das es den Schafen gut geht und nach dem Auffrischen der Markierung geht es auch schon weiter.

Etwa 500 Meter weiter haben wir die nächsten Schafsglocken gehört. Ganz so leicht wie am Anfang wird es uns jedoch nicht gemacht. Die Schafe fordern uns heraus und wir müssen erst einmal einen steilen Schutthang hinauf kraxeln, bevor wir sie begutachten können.

So geht es noch einige Zeit weiter, bis wir nach etwa zwei Stunden kreuz und quer über den Hang an der Coburger Hütte ankommen. Neben Mountainbikern und Trailrunnern genießen wir eine hopfenhaltige Erfrischung und lassen uns genug Zeit, bevor es weiter geht.

So am Berg unterwegs zu sein kann ich auch bei der nächsten Brotzeit-Pause gut genießen. Keine Bestzeit, die es zu schlagen gibt, kein Gipfel, der noch erreicht werden muss, einfach gemütlich und ohne Ziel am Berg sein und genießen.

Unter den Schafen, die uns bei unserer Pause bereits interessiert beobachtet haben, hinkt eines von ihnen merklich.

Um es zu untersuchen, verteilt Hanna etwas Korn auf der Wiese und lockt somit die Schafe zusammen. Am Ende traut sich auch das verletzte Schaf dazu. Bis zum Futter kommt es jedoch nicht. Matthias, der sich von hinten anschleicht, packt es und setzt es hin. So richtig wohl ist dem Schaf dabei zwar nicht, aber zumindest kann sein Huf nun behandelt werden.

Noch fünf weitere Schafe liegen auf unserem Weg, dann geht es an den Abstieg.

Etwa 150-200 von den insgesamt 300 Schafen haben wir heute gesehen. Der Rest treibt sich noch irgendwo an der Mieminger Kette herum.

Spätestens in zwei Wochen werden die meisten von ihnen zu Fuß über den Berg zurück zum Hof nach Mieming laufen. Der berühmte „Almabtrieb“.


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